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Virtuelle Sensoren mit Prozesswissen

Virtuelle Sensoren — auch Soft-Sensoren genannt — kombinieren Systemwissen mit vorhandenen Messungen und liefern zuverlässige Schätzungen für schwer messbare Größen.

Was sind virtuelle Sensoren?

Ein virtueller Sensor — auch Soft-Sensor — nutzt ein mathematisches Prozessmodell mit vorhandenen Messdaten, um eine Schätzung der gesuchten Größe zu berechnen. Er benötigt keine zusätzliche Hardware und läuft als Software auf dem vorhandenen Leitsystem.

Virtueller Sensor: Systemwissen + Messungen → Schätzalgorithmus → Ausgang
Virtueller Sensor / Soft-Sensor — Systemwissen zu vorhandenen Messungen hinzufügen.

Lösungen für industrielle Messaufgaben

Messung zu teuer

Problem

Analysatoren kosten 50.000–500.000 € — nur periodische Proben.

Lösung

Ein virtueller Sensor liefert kontinuierliche Schätzungen zwischen Proben.

Instrumentierung nicht installierbar

Problem

Durchflussmesser, Wärmelasten oder Drehmomentwerte nicht installierbar.

Lösung

Der virtuelle Sensor berechnet die Größe aus vorhandenen Messungen.

Keine direkte Messung möglich

Problem

Schmelzindex, Zellkonzentration oder Katalysatoraktivität nicht messbar.

Lösung

Der virtuelle Sensor schließt auf diese Größen aus messbaren Proxys.

Sensorausfall und Redundanz

Problem

Kritische Messungen fallen aus. Einzelausfallpunkte sind nicht tolerierbar.

Lösung

Der virtuelle Sensor fusioniert redundante Messungen zu einer fehlertoleranten Schätzung.

Messgenauigkeit

Problem

Zwei Instrumente mit komplementären Genauigkeitsprofilen.

Lösung

Der virtuelle Sensor fusioniert beide Signale zu einer schnellen, präzisen, driftfreien Schätzung.

Technologie

Messungen

Der Sensorbedarf wird fallweise bestimmt. In den meisten Fällen ist die vorhandene Instrumentierung ausreichend.

Modelle

Modelle kodieren das Systemwissen des virtuellen Sensors — von einfachen Korrelationen bis zu vollständigen thermodynamischen Modellen.

Schätzalgorithmen

Von linearen Beobachtern bis zu nichtlinearen Algorithmen (EKF, UKF, Moving-Horizon-Schätzung).

Gemessene Ergebnisse

Virtueller Sensor / Soft-Sensor vs. Physikalisches Instrument

Direkter Vergleich für Beschaffungs- und Machbarkeitsentscheidungen.

MerkmalPhysikalisches InstrumentVirtueller Sensor / Soft-Sensor
Anschaffungskosten50.000–500.000 €Nur Software auf vorhandenem DCS
InstallationWochen bis MonateTage bis Wochen (Modellintegration)
WartungKalibrierungsabschaltungen, VerschmutzungModellaktualisierung, kein Prozessausfall
AbdeckungEin Messpunkt pro GerätJede vom Modell erreichbare Variable
DatenratePeriodisch oder EinzelpunktKontinuierlich, synchron mit Regelzyklus
AusfallmodusHarter AusfallSchrittweiser Abbau — Modell-Rückfall

Produkte

Advanced Virtual Flow Meter

Softwarebasierte Durchflussberechnung an Ventilpositionen ohne physisches Messgerät.

Mehr erfahren

Digital Variometer SSDV12

Hochpräziser Steig-/Sinkratensensor durch Sensorfusion aus Druck-, Trägheits- und GPS-Messungen.

Mehr erfahren

Referenzen

Ausgewählte Publikationen

Peer-reviewed Forschung zu virtuellen Sensor- und Soft-Sensor-Methoden.

Vollständige Publikationsliste auf noga.es →

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein virtueller Sensor?

Ein virtueller Sensor (auch Soft-Sensor genannt) berechnet Schätzungen schwer messbarer Prozessgrößen mithilfe eines mathematischen Modells und vorhandener Instrumentierung. Keine neue Hardware erforderlich.

Ist ein virtueller Sensor so zuverlässig wie ein physikalisches Instrument?

Für gut modellierte Prozesse mit guter Instrumentierung kann ein virtueller Sensor die Genauigkeit von Analysatoren erreichen oder übertreffen — und liefert kontinuierliche Daten statt periodischer Proben. Die CERN-LHC-Anwendung schätzte 5 thermodynamische Zustände aus 3 Drucksensoren.

Welche Hardware benötige ich?

Keine zusätzliche Hardware. Virtuelle Sensoren laufen als Software auf Ihrem vorhandenen Leitsystem, SPS oder Edge-Computer mit bereits vorhandenen Signalen.

Wie lange dauert die Implementierung?

Typischerweise 4–12 Wochen vom Projektstart bis zur Inbetriebnahme, abhängig von Modellkomplexität und Datenverfügbarkeit. Ein 30-minütiges Gespräch reicht zur Beurteilung.

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Virtual-Sensor ist eine spezialisierte Ingenieursdienstleistung unter der Leitung von Dr. Rafał Noga — APC/MPC-Berater mit Erfahrung in virtuellen Sensoren und Zustandsschätzung seit 2007.

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